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Fragen und Antworten

Typische Fragen und die dazugehörigen Antworten

Die gewählten Architektinnen und Architekten in der Vertreterversammlung, dem obersten Organ der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW), haben am 29.10.2016 eine Änderung der Satzung des Versorgungswerks beschlossen. Kernpunkt ist die Rücknahme des sogenannten Rechnungszinses auf 2 % für Einzahlungen ab dem Jahresbeginn 2017.


Der Rechnungszins ist das Leistungsversprechen der Versorgungseinrichtung. Bei Gründung des Versorgungswerks wurde der Rechnungszins mit 4 % festgelegt. Seitdem sind sämtliche Einzahlungen der Versicherten mit diesem Mindestzinssatz verzinst worden. Das Versorgungswerk kann jedoch nicht dauerhaft Leistungen zusagen, die oberhalb des Niveaus von Zinsrenditen liegen, die sich am Kapitalmarkt erwirtschaften lassen.


Die Zinsen auf den Finanzmärkten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. In Zeiten beständig niedriger Marktzinsen, die teilweise sogar in den Negativbereich gefallen sind, lässt sich das ursprüngliche Leistungsversprechen nicht mehr aufrechterhalten. Die Anpassung des Rechnungszinses dient dem Ziel, die Leistungsfähigkeit des Versorgungswerks – unter den Vorzeichen eines fundamental veränderten Kapitalmarktumfelds – zu erhalten und zu stärken.

Wichtig zu wissen: Die Satzungsänderung beruht nicht auf etwaigen Fehlentscheidungen oder Missmanagement beim Versorgungswerk. Sie folgt allein der langjährigen Entwicklung des Marktumfelds mit einer anhaltenden Niedrigzinsphase. Mit einer Ausnahme ist in allen Jahren ein Geschäftsergebnis oberhalb des Rechnungszinses erzielt worden.


Die zehnjährige Bundesanleihe ist ein klassischer Referenzwert für langfristige Kapitalmarktzinsen. Die Rendite der deutschen Bundesanleihe ist von etwa 4 % im Jahr 2006 in diesem Jahr erstmals in ihrer Geschichte unter null Prozent gefallen und liegt aktuell bei 0,04 % (Stand: September 2016).


Ja. Satzungsgeber für das Versorgungswerk sind die gewählten Berufsträger in der Vertreterversammlung der AKNW. Die Delegierten können im Rahmen der berufsständischen Selbstverwaltung über Änderungen der Satzung befinden. Die Entscheidung bedarf der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde, dem Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.


Das Finanzministerium NRW sieht in der Anpassung des Rechnungszinses eine geeignete Maßnahme, um für die Zukunft des Versorgungswerks und seiner Versicherten einen tragfähigen und nachhaltigen Rahmen zu schaffen. Unter dieser Maßgabe hat das Ministerium den Änderungsbeschluss des Architektenparlaments ausdrücklich begrüßt und zum Ausdruck gebracht, dass es die Satzungsänderung genehmigen wird. Die Satzungsänderung erfolgt also mit Billigung der Aufsichtsbehörde.


Der Rechnungszins wird auf 2 % abgesenkt und zwar bezogen auf die künftigen Beiträge aller Mitglieder. Künftig wird es für die Ermittlung der Versorgungsansprüche demnach zwei Rechengrößen geben:

Versorgungsabgaben, die bis zum Jahresende 2016 entrichtet worden sind, werden unverändert mit 4 % verzinst. Für Einzahlungen ab dem Jahresbeginn 2017 gilt der neue Rechnungszins von 2 %.


Nein. Für die bis zum 31.12.2016 erworbenen Rentenanwartschaften bleibt es auch künftig beim Rechnungszins von 4 %.


Eine niedrigere Verzinsung der Einzahlungen mindert die Höhe der individuellen Anwartschaften. Jüngere Mitglieder sind hiervon stärker betroffen als langjährig Versicherte. Auf Basis des Höchstbeitrags beträgt die Rentenprognose eines Neumitglieds im Alter von 30 Jahren etwa ein Drittel weniger als beim Rechnungszins von 4 %. Bezogen auf ein langjähriges Mitglied im Alter von 50 Jahren dürfte sich die Rentenprognose – überschlägig gerechnet – um rund 12 % vermindern.


Ihre jährliche Mitteilung zur Anwartschaftshöhe erhalten Sie wie gewohnt. Sie können darüber hinaus eine näherungsweise Berechnung Ihrer eigenen hochgerechneten Anwartschaft mit dem Rentenrechner vornehmen.


Ja. Sie können auch weiterhin mit freiwilligen Einzahlungen vorsorgen und auf diese Weise höhere Anwartschaften erwerben. Zusätzliche Einzahlungen auf Ihr Versorgungskonto führen zu einer höheren Rente und erhöhen den Risikoschutz bei vorzeitigen Versorgungsfällen, etwa in Bezug auf Berufsunfähigkeit oder Hinterbliebenenversorgung.


Die Absenkung des Rechnungszinses für künftige Beiträge stärkt das wirtschaftliche Fundament des Versorgungswerks, weil sich das Leistungsversprechen künftig enger an den Gegebenheiten des Marktumfelds und den dort erzielbaren Renditen ausrichtet. Das dient den Interessen jedes einzelnen Mitglieds und der Versichertengemeinschaft insgesamt.


Ja. Das Versorgungswerk wird aufgrund des im Zeitablauf sinkenden Renditeanspruchs aller Voraussicht nach wieder Spielraum für Dynamisierungen von Anwartschaften und Renten erhalten. Das bedeutet die Rückgewinnung von Möglichkeiten zur Leistungsverbesserung. Entscheidungen hierüber trifft die Vertreterversammlung der Architektenkammer NRW.


Wenn das Versorgungswerk aufgrund gestiegener Kapitalmarktzinsen wieder höhere Renditen erwirtschaften kann, erweitern sich dadurch die Handlungs- und Gestaltungsspielräume für Leistungsverbesserungen in der Zukunft.


Ja. Die meisten Versorgungswerke ändern derzeit ihre Rechnungsgrundlagen. Ein Vergleich zwischen einzelnen Versorgungswerken ist schwierig, da starke Unterschiede im Finanzierungssystem und der Mitgliederstruktur bestehen. Insgesamt gilt: Alterssicherungssysteme wie Pensionskassen und Lebensversicherungen müssen derzeit auf die neue Zinssituation reagieren.


Die kapitalgedeckte Altersversorgung in der berufsständischen Versorgung hat gegenüber dem umlagefinanzierten staatlichen Alterssicherungssystem weiterhin Vorteile, weil Sie hier für sich persönlich Anwartschaften ansparen. Ihre eingezahlten Beiträge werden verzinst und später verrentet. Dadurch fallen die Rentenleistungen des Versorgungswerks der AKNW auch weiterhin höher aus, als bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV). Hinzu kommt, dass das Versorgungsniveau in der DRV im Zeitverlauf weiter sinken wird.