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Fragen und Antworten

Typische Fragen und die dazugehörigen Antworten

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Das Versorgungswerk der Architektenkammer NRW gehört als berufsständische Versorgungseinrichtung zur sogenannten „ersten Säule“ innerhalb des gegliederten Systems der Altersvorsorge in Deutschland, analog zur gesetzlichen Rentenversicherung und der Beamtenversorgung. Unter dieser Maßgabe muss unsere öffentlich-rechtliche Versorgungseinrichtung besonders sorgsam mit den Geldern ihrer Mittglieder umgehen.

Dafür sorgen interne Regelungen in Verbindung mit einer Vielzahl aufsichtsrechtlicher Regelwerke, die bei der Kapitalanlage zu beachten sind. Diese Sicherungsmechanismen werden u. a. flankiert von einem regelmäßigen Austausch mit der Aufsichtsbehörde.

Gegenüber der staatlichen Aufsichtsbehörde, dem Ministerium der Finanzen NRW, weist das Versorgungswerk jedes Jahr nach, dass ausreichend Deckungskapital vorhanden ist, um die Ansprüche, die die Versicherten gegenüber ihrem Versorgungsträger haben, finanzieren zu können.

Das Versorgungswerk der Architektenkammer verfolgt eine konservative Anlagepolitik, die gemäß den Leitlinien „Sicherheit vor Risiko“ sowie „Mischung und Streuung“ auf eine breite Diversifizierung im Bereich der Kapitalanlage setzt, um potenzielle Risiken zu minimieren. Über diesen konzeptionellen Ansatz besteht zwischen den ehrenamtlich tätigen Berufsträgern in den Selbstverwaltungsgremien und der Geschäftsführung enges Einvernehmen.

Ein engmaschig geknüpftes Sicherheitsnetz hat im Zusammenspiel mit einer vorausschauenden Anlagepolitik dazu geführt, dass das Versorgungswerk der Architektenkammer NRW – auch in wirtschaftlich besonders schwierigen Zeiten, etwa bei der globalen Bankenkrise im Jahr 2008 – keine Verluste bei den getätigten Investitionen hinnehmen musste. Unter den nachteiligen Bedingungen eines Kapitalmarktumfeldes, das jetzt schon über Jahre hinweg von einem extrem niedrigen Zinsniveau gekennzeichnet ist, arbeitet das Versorgungswerk wirtschaftlich erfolgreich. Hierüber geben die Geschäftsberichte der letzten Jahre Auskunft, die zur Information der Mitglieder auf der Internetseite eingestellt sind (Publikationen).


Das vergleichsweise hohe Leistungsniveau in der berufsständischen Versorgung beruht auf dem Prinzip der Kapitaldeckung. Jedes Mitglied spart über die Anwartschaftsphase hinweg individuell in sein persönliches Versorgungskonto. Das unterscheidet die berufsständische Versorgung ganz fundamental von der gesetzlichen Rentenversicherung, die nach dem Umlageprinzip funktioniert.

Bei der Deutschen Rentenversicherung Bund werden die laufenden Beitragseinnahmen unmittelbar eingesetzt für die monatliche Zahlung von Versorgungsleistungen an Rentnerinnen und Rentner. In der berufsständischen Versorgung werden die Beitragsgelder, die die Versicherten ihrem Versorgungsträger treuhänderisch überlassen hingegen auf dem jeweiligen Mitgliedskonto verwahrt und verzinst. Hierfür investiert das Versorgungswerk der Architektenkammer NRW am Kapitalmarkt, um damit Erträge für die Versichertengemeinschaft zu erwirtschaften.

Unter den Bedingungen eines Kapitalmarktumfeldes, das seit vielen Jahren von extrem niedrigen Zinsen geprägt wird, fällt das ungleich schwerer als zu Zeiten, als sich das allgemeine Zinsniveau oberhalb von vier Prozent bewegte.

Die satzungsgemäße Mindestverzinsung liegt für Einzahlungen ab dem Jahresbeginn 2017 bei zwei Prozent.

Wenn das Versorgungswerk der Architektenkammer NRW aus seiner Geschäftstätigkeit Renditen oberhalb des satzungsgemäßen Leistungsversprechens erzielen kann – und aufsichtsrechtliche Anforderungen, etwa nach der vorgeschriebenen Kapitalausstattung der Verlustrücklage erfüllt sind – können auf Beschluss der Vertreterversammlung der Architektenkammer NRW gegebenenfalls auch die Anwartschaften dotiert werden. Anwartschaftsdynamisierungen verstehen sich dabei als Beteiligung der Mitglieder am Unternehmenserfolg, also quasi als eine Form der Gewinnbeteiligung.

Zins- und Zinseszinseffekt mehren den Kapitalstock, den das Mitglied im Verlauf der Anwartschaftsphase anspart. Das führt zu eher hohen Versorgungsleistungen im Ruhestandsalter.

Hierzu tragen auch Satzungsregeln bei, die für die Mitglieder günstig sind. So prämiert das Versorgungswerk der Architektenkammer NRW langjährige Mitgliedschaften in Form der sogenannten Grundjahre. Nach mehr als elf Jahren Mitgliedschaft beim Versorgungswerk werden den Beitragszeiten – gestaffelt nach Zugehörigkeit – bis zu acht Grundjahre hinzugerechnet. Das verbessert für das einzelne Mitglied dessen Anwartschaften und damit die Ruhestandsbezüge.

Als weiterer Faktor kommt hinzu, dass das Versorgungswerk – anders als kommerzielle Versicherungen – ohne Vertriebsstrukturen, Abschlussprovisionen und Marketingkosten arbeitet. Dadurch fallen die Kosten für den Verwaltungsbetrieb entsprechend gering aus.


Im kapitalgedeckten Finanzierungssystem des Versorgungswerks der Architektenkammer NRW entrichten die Versicherten Versorgungsabgaben auf ihr jeweiliges, individuelles Versorgungskonto. Dies erfolgt in der Regel über monatliche Beitragszahlungen.

Die Höhe der Beiträge ist verdienstabhängig und richtet sich aus am jeweils gültigen Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung und der Höhe der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Die BBG definiert, bis zu welcher Einkommenshöhe Rentenversicherungsbeiträge zu entrichten sind.

Über die Beitragszahlungen statten die Mitglieder ihren Versorgungsträger mit Geldmitteln aus, die dieser treuhänderisch verwaltet und am Kapitalmarkt investiert, um damit Renditen für die Versichertengemeinschaft zu erwirtschaften.

Für die treuhänderische Überlassung der Finanzmittel gewährt das Versorgungswerk seinen Mitgliedern satzungsgemäß eine Mindestverzinsung. Die Höhe der Mindestverzinsung markiert der sogenannte Rechnungszins.

Beim Versorgungswerk der Architektenkammer NRW ist der Rechnungszins gesplittet: Für Einzahlungen, die bis zum 31.12.2016 geleistet worden sind, liegt der Rechnungszins – also die satzungsgemäß zugesicherte Mindestverzinsung auf das eingezahlte Kapital – dauerhaft bei 4%; Versorgungsabgaben, die ab dem 01.01.2017 entrichtet worden sind, werden mit 2% verzinst.

Die Rücknahme des Rechnungszinses auf 2% ab dem Jahresbeginn 2017 folgt dem massiven Rückgang des allgemeinen Zinsniveaus an den internationalen Kapitalmärkten seit 2008.

Wichtig zu wissen: Der Rechnungszins auf den Kapitalstock, den jedes Mitglied über seine Beitragszeit anspart, wird über die gesamte Mitgliedschaftsdauer gewährt, also auch noch im Ruhestandsalter.

Für die Versicherten ist ein zweiter Punkt von Belang: Neben der satzungsgemäß zugesicherten Mindestverzinsung gewährt das Versorgungswerk der Architektenkammer NRW seinen Versicherten – abhängig von den Erträgen im jeweiligen Geschäftsjahr – gegebenenfalls weitere Dynamisierungen von Anwartschaften und/oder Rentenleistungen. Diese Dynamisierungen lassen sich als eine Form der Gewinnbeteiligung verstehen, mit denen die Versorgungseinrichtung ihre Versicherten unmittelbar am Unternehmenserfolg beteiligt. Solche zusätzlichen Leistungsverbesserungen sind in der Regel aber nur dann möglich, wenn aus der Geschäftstätigkeit Überrenditen erwirtschaftet werden können, die oberhalb der satzungsgemäßen Verpflichtungen liegen.

Im Niedrigzinsumfeld sind die Ertragsperspektiven für einen institutionellen Investor naturgemäß geringer, als zu Zeiten in denen das allgemeine Zinsniveau bei 4%, mitunter auch weit darüber lag. Darunter leidet zwangsläufig die Dynamik.

Unter schwierigen Bedingungen arbeitet das Versorgungswerk der Architektenkammer NRW gleichwohl erfolgreich. Hierüber geben die Geschäftsberichte der letzten Jahre Auskunft, die zur Information der Mitglieder auf der Internetseite eingestellt sind (Publikationen).


Mit der staatlich geförderten privaten Zusatzversorgung sollen die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung ergänzt werden, da im Laufe der kommenden Jahre von einem verminderten Rentenniveau auszugehen ist. Aus diesem Grund erhalten auch nur jene Personen eine staatliche Förderung zur privaten Zusatzvorsorge, die der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen. Damit haben selbständig tätige Mitglieder und angestellte Mitglieder, die sich von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht zugunsten des Versorgungswerks haben befreien lassen, keinen eigenständigen Anspruch auf Förderung. Im Gesetzgebungsverfahren wurde aber betont, dass die Mitglieder der Versorgungswerke nicht in vergleichbarer Weise wie die Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung von der Absenkung des Rentenniveaus betroffen sind. Bei gleichen Beiträgen sind die Rentenleistungen der Versorgungswerke erheblich höher.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich vor Abschluss einer zusätzlichen Anlageform oder Absicherung fundiert und eingehend beraten zu lassen. Prüfen Sie dabei, ob die von Ihnen gewählte Anlageform eine adäquate Lösung darstellt. Bitte achten Sie bei Ihren Abwägungen auch darauf, ob und zu welchen Bedingungen die von Ihnen möglicherweise zusätzliche gewählte Anlageform Leistungen wie Hinterbliebenenversorgungen und Berufsunfähigkeitsrente einschließt.

Wenn Sie ergänzend für Ihr Alter vorsorgen wollen, können Sie auch zusätzliche Beiträge beim Versorgungswerk einzahlen. So bewirkt ein laufender doppelter Beitrag auch eine doppelte Rente. Sowohl im Alter, als auch bei Berufsunfähigkeit erhalten Sie mehr Geld. Und auch im Falle des Todes sind die Hinterbliebenenversorgungen für die Angehörigen höher. Zudem genießen zusätzliche freiwillige Beiträge an das Versorgungswerk die gleiche steuerliche Förderung wie Beiträge an einen privaten Versicherer.


Nein. Die Direktversicherung ist im Bereich der Lebensversicherung (3. Säule der Altersvorsorge) angesiedelt, die zugunsten des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber abgeschlossen wird. Beitragszahler ist also das Unternehmen, Versicherter und Begünstigter ist der Arbeitnehmer. Eine Direktversicherung kann bei einem privaten Versicherungsunternehmen abgeschlossen werden, nicht aber beim Versorgungswerk.


Nein. Kindererziehungszeiten werden vom Versorgungswerk nicht rentenwirksam angerechnet. Das sind gesetzliche Leistungen, die über die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) gewährt werden. Die Zeiten sollten Sie daher bei der DRV anmelden. Dort bestehen bei einer Mindestversicherungszeit von 60 Beitragsmonaten Rentenanwartschaften. Pro Kind werden bei der Deutschen Rentenversicherung derzeit 36 Beitragsmonate als Erziehungszeit für Kinder, die nach 1991 geboren wurden, berücksichtigt. Für früher geborene Kinder werden jeweils 30 Beitragsmonate angerechnet. Kindererziehungszeiten gelten als Beitragszeiten.


Nein. Die Befreiungsregelung nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI ist tätigkeitsbezogen, d. h. die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht ist auf die jeweilige berufsspezifische Beschäftigung oder Tätigkeit beschränkt. Eine Ausnahme wird lediglich für solche berufsfremde Tätigkeiten zugelassen, die vorübergehend ausgeübt werden. Danach erstreckt sich die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht auch auf andere versicherungspflichtige Tätigkeiten, wenn diese in Folge ihrer Eigenart oder vertraglich im Voraus für maximal zwei Jahre zeitlich begrenzt sind. Damit gilt: Sollten Sie nach einem Wechsel in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis nicht mehr als Architekt(-in) / Ingenieur(-in) tätig sein, sind die Rentenversicherungsbeiträge aus diesem Beschäftigungsverhältnis wieder an die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen.


Nein. Eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten des Versorgungswerks ist für Mitglieder der Ingenieurkammer-Bau NRW leider nicht möglich. Sie können sich aber beim Versorgungswerk eine Zusatzversorgung ergänzend zu den Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung aufbauen und somit die vom Gesetzgeber empfohlene zusätzliche Vorsorge positiv gestalten.


Nein. Die Rentenanwartschaft – d. h. das zurzeit im Verhältnis zur Versorgungseinrichtung bestehende Recht – ist ein unveräußerliches Recht und damit, ebenso wie die geleisteten Beiträge, unpfändbar.